Zum Inhalt springen
fertighausmagazin.de
Aktuell
Wunschpreis-Radar: Wir melden uns, sobald der Hauspreis für Sie passtMagazin-Empfehlung 2026: Die wichtigsten Erkenntnisse vor dem ersten SpatenstichVorbereitet auf den Sommer: So kalkulieren Sie Ihre KlimaanlageSonnenenergie nutzen: Lohnt sich die Solaranlage oder reicht das Balkonkraftwerk?Budgetplanung: Ermitteln Sie schnell Ihren finanziellen SpielraumVergleichen Sie kostenfrei bis zu fünf Hausangebote direkt miteinanderRatgeber Hausbau: Finden Sie die Bauweise, die Ihrem Lebensentwurf entsprichtNachhaltig finanzieren: Staatliche Zuschüsse für das KfW-40-HausEntwerfen Sie Ihr Zuhause im Konfigurator und erhalten Sie eine PreiseinschätzungBaufinanzierung leicht gemacht: Zinssätze und monatliche Raten im Detail erklärtDer Musterhaus-Leitfaden: Das müssen Sie bei der Besichtigung wissenFördermittel-Check: Kredite und Boni für Ihren Hausbau optimal einsetzenFinanzieller Durchblick: Baukosten und Nebenkosten zuverlässig berechnen

Analyse

Fertighaus-Marktbericht 2026: Genehmigungen ziehen an, Baupreise bleiben unter Druck

Was die jüngsten Veröffentlichungen von Bundesverband Deutscher Fertigbau und Statistischem Bundesamt tatsächlich über den Markt sagen – und was nicht.

Kernsatz: Die Genehmigungszahlen erholen sich und der Fertigbau gewinnt leicht Anteil, doch steigende Baupreise begrenzen die Entlastung für private Bauherren.

Stand: 20. August 2026

Der Markt sendet im Sommer 2026 zwei unterschiedliche Signale. Auf der einen Seite werden wieder mehr Wohnungen genehmigt, und der Holzfertigbau behauptet sich bei Ein- und Zweifamilienhäusern besonders stark. Auf der anderen Seite verteuern sich Bauleistungen weiter. Eine seriöse Einordnung muss diese Reihen getrennt lesen: Genehmigungen sind vorgelagerte Verwaltungsentscheidungen, keine Baustarts oder Fertigstellungen; Baupreisindizes messen Preisveränderungen definierter Leistungen, nicht den individuellen Komplettpreis eines Fertighauses.

Fertigbauquote auf neuem Höchststand

Für das Gesamtjahr 2025 meldete der BDF am 9. März 2026 insgesamt 50.755 neu genehmigte Ein- und Zweifamilienhäuser aller Bauweisen und damit 14,6 Prozent mehr als 2024 (BDF/Statistisches Bundesamt, Datenstand Januar bis Dezember 2025 (öffnet in neuem Tab)). Davon entfielen 13.473 Häuser auf die Holzfertigbauweise, ein Plus von 16,7 Prozent gegenüber 2024 (BDF/Statistisches Bundesamt, Datenstand Januar bis Dezember 2025 (öffnet in neuem Tab)). Die Fertigbauquote lag damit bei 26,5 Prozent nach 26,1 Prozent im Vorjahr (BDF/Statistisches Bundesamt, Datenstand Gesamtjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)).

Der Abstand zwischen dem Wachstum aller Bauweisen und dem etwas stärkeren Zuwachs des Fertigbaus erklärt den moderaten Anteilsgewinn. Das ist relevant, aber keine abrupte Marktverschiebung. Zudem zählt die BDF-Auswertung Häuser beziehungsweise Gebäude, nicht Wohnungen. Gerade beim Vergleich mit den folgenden Destatis-Zahlen muss diese Einheit sichtbar bleiben: Eine Genehmigung für ein Zweifamilienhaus kann zwei Wohnungen enthalten, während sie in der BDF-Betrachtung ein Haus ist.

Genehmigte Ein- und Zweifamilienhäuser nach Bauweise – Deutschland, Gesamtjahr 2025
KennzahlWert mit VergleichQuelle und Stand
Alle Bauweisen50.755 Häuser; +14,6 % gegenüber 2024BDF/Statistisches Bundesamt; Stand: Jan.–Dez. 2025, veröffentlicht 09.03.2026 (öffnet in neuem Tab)
Holzfertigbau13.473 Häuser; +16,7 % gegenüber 2024BDF/Statistisches Bundesamt; Stand: Jan.–Dez. 2025, veröffentlicht 09.03.2026 (öffnet in neuem Tab)
Fertigbauquote26,5 %; Vorjahr 26,1 %BDF/Statistisches Bundesamt; Stand: Gesamtjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)

Breitere Erholung bei den Wohnungsgenehmigungen

Im Juni 2026 wurden 21.600 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt; das waren 13,8 Prozent oder 2.600 Wohnungen mehr als im Juni 2025 (Destatis, Pressemitteilung 291 vom 18.08.2026, Stand Juni 2026 (öffnet in neuem Tab)). Auf Neubauten entfielen 17.800 Genehmigungen und damit 14,1 Prozent oder 2.200 mehr als im Vorjahresmonat (Destatis, Stand Juni 2026 (öffnet in neuem Tab)). Bei Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden waren es 3.900 Wohnungen und damit 12,1 Prozent oder 400 mehr als im Juni 2025 (Destatis, Stand Juni 2026 (öffnet in neuem Tab)).

Das Halbjahresbild ist stabiler als ein einzelner Monat. Von Januar bis Juni 2026 wurden insgesamt 126.300 Wohnungen genehmigt, 15,1 Prozent oder 16.600 mehr als im ersten Halbjahr 2025 (Destatis, Stand erstes Halbjahr 2026 (öffnet in neuem Tab)). Die Vergleichsreihe weist 106.700 Wohnungen im ersten Halbjahr 2024, 109.800 im ersten Halbjahr 2025 und 126.300 im ersten Halbjahr 2026 aus (Destatis, Stand jeweils Januar bis Juni 2024–2026 (öffnet in neuem Tab)). Das zeigt eine Erholung gegenüber den beiden unmittelbaren Vorjahreszeiträumen, sagt aber noch nichts darüber aus, wann und zu welchen Kosten die Projekte realisiert werden.

Genehmigte Wohnungen nach Gebäudeart – Deutschland, erstes Halbjahr 2026
KategorieGenehmigungen und VeränderungQuelle und Stand
Neue Wohngebäude gesamt103.100 Wohnungen; +15,8 % bzw. +14.100Destatis; Stand: 1. Halbjahr 2026 ggü. 1. Halbjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)
Einfamilienhäuser24.000 Wohnungen; +12,7 % bzw. +2.700Destatis; Stand: 1. Halbjahr 2026 ggü. 1. Halbjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)
Zweifamilienhäuser7.700 Wohnungen; +27,3 % bzw. +1.700Destatis; Stand: 1. Halbjahr 2026 ggü. 1. Halbjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)
Mehrfamilienhäuser67.000 Wohnungen; +16,9 % bzw. +9.700Destatis; Stand: 1. Halbjahr 2026 ggü. 1. Halbjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)
Umbauten im Bestand20.800 Wohnungen; +9,2 % bzw. +1.800Destatis; Stand: 1. Halbjahr 2026 ggü. 1. Halbjahr 2025 (öffnet in neuem Tab)

Warum Genehmigungen nicht mit Nachfrage gleichzusetzen sind

Eine Baugenehmigung ist ein notwendiger Schritt, aber sie garantiert weder Finanzierung noch Baubeginn. Projekte können verschoben, verändert oder aufgegeben werden. Umgekehrt können Aufträge und Produktion zeitversetzt auf die Genehmigungsentwicklung reagieren. Für Hersteller ist die Reihe deshalb ein Frühindikator; für Bauinteressierte ist sie eher ein Signal für die mögliche Auslastung der Branche als eine Prognose des eigenen Liefertermins.

Die Struktur der Erholung ist ebenfalls wichtig. Das stärkste relative Wachstum im ersten Halbjahr entfiel nicht auf Einfamilienhäuser. Genehmigungen in Mehrfamilienhäusern bilden zudem den größten Block. Daraus folgt: Eine positive Gesamtzahl für Wohnungen darf nicht eins zu eins als Boom im klassischen privaten Fertighaussegment gelesen werden. Für dieses Segment ist die BDF-Auswertung der Ein- und Zweifamilienhäuser näher am Thema, obwohl auch sie nur genehmigte Gebäude und keine Vertragsabschlüsse erfasst.

Baupreise steigen weiter

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über Mai 2025 (Destatis, korrigierte Pressemitteilung 241 vom 10.07.2026, Stand Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)). Gegenüber Februar 2026 betrug der Anstieg 2,4 Prozent (Destatis, Stand Mai 2026 gegenüber Februar 2026 (öffnet in neuem Tab)). Rohbauarbeiten verteuerten sich binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent und Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent (Destatis, Stand Mai 2026 gegenüber Mai 2025 (öffnet in neuem Tab)). Die Statistik bezieht sich auf konventionell errichtete Wohngebäude in Deutschland und auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer; sie ist daher kein spezifischer Fertighauspreisindex.

Ausgewählte Baupreisveränderungen – Deutschland, Mai 2026
LeistungsbereichVeränderungQuelle und Stand
Wohngebäude insgesamt+5,0 % zum Mai 2025; +2,4 % zum Februar 2026Destatis; Stand: Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)
Dachdeckungsarbeiten+7,3 % zum Mai 2025Destatis; Stand: Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)
Zimmer- und Holzbauarbeiten+7,3 % zum Mai 2025Destatis; Stand: Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)
Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik+6,4 % zum Mai 2025Destatis; Stand: Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)
Heiz- und zentrale Wassererwärmungsanlagen+5,0 % zum Mai 2025Destatis; Stand: Mai 2026 (öffnet in neuem Tab)

Was Bauherren daraus ableiten können

Mehr Genehmigungen verbessern die Perspektive für die Branche, beseitigen aber nicht das Kostenrisiko. Wer Angebote vergleicht, sollte Preisbindung, Index- oder Anpassungsklauseln und den vollständigen Leistungsumfang prüfen. Besonders Gewerke, die in der amtlichen Statistik überdurchschnittlich zulegen, verdienen in der Bemusterungs- und Reservenplanung Aufmerksamkeit. Das bedeutet nicht, dass jeder Hersteller genau dieselbe Veränderung weitergibt; Einkauf, Vorfertigung, Vertragsmodell und Auslastung wirken unterschiedlich.

Der vorsichtige Befund lautet deshalb: Die Talsohle bei Genehmigungen scheint in den betrachteten Zeiträumen durchschritten, und der Fertigbau hat seinen Anteil leicht ausgebaut. Von einer allgemeinen Entspannung für Bauwillige kann wegen der weiter steigenden Bauleistungspreise noch keine Rede sein. Für Entscheidungen zählen ein belastbares Gesamtbudget, ein zum Grundstück passender Entwurf und vergleichbare Leistungsbeschreibungen mehr als eine einzelne Marktkennzahl.

Methodik und Quellen

Redaktionsschluss und Abrufdatum aller verlinkten Quellen ist der 20. August 2026. Die Fertigbauquote stammt aus der BDF-Mitteilung mit Quellenhinweis BDF/Statistisches Bundesamt. Genehmigungs- und Baupreisdaten stammen aus den verlinkten Destatis-Pressemitteilungen. Die amtlichen Genehmigungswerte sind gerundet; Teilwerte müssen sich deshalb nicht exakt zur Gesamtsumme addieren. Rohdatenlinks und eine zitierfähige Kurzfassung stehen auf der Datenseite.

Aus der Redaktion · Nachgewiesene Fachkompetenz

An Ihrer Seite: das Expertenteam von fertighausmagazin.de

Ihr TÜV-geprüfter Berater für Hauspreise

Experten kennenlernen
TÜV Rheinland ZERTIFIZIERT – geprüfte Qualifikation, ID 0000038136