Wochenrückblick: Baupreise steigen kräftiger, BEG-Förderung neu geregelt

Destatis meldet für Mai 2026 einen Anstieg der Baupreise um 5,0 Prozent – und die BEG-Förderung gilt seit dem 21. Juli 2026 zu veränderten Konditionen.

Die Baukosten in Deutschland ziehen spürbar an, und die staatliche Förderung für energieeffiziente Gebäude ist seit Ende Juli neu ausgerichtet. Diese beiden Entwicklungen prägen die Lage für alle, die derzeit ein Fertighaus planen oder bauen. Dieser Wochenrückblick fasst zusammen, was belegte Quellen dazu sagen.

Wie stark sind die Baupreise zuletzt gestiegen?

Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete am 10. Juli 2026, dass die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 um 5,0 Prozent gestiegen sind. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem Berichtsmonat Februar 2026, als der Vorjahresvergleich noch bei 3,3 Prozent lag. Gegenüber Februar 2026 selbst erhöhten sich die Baupreise im Mai 2026 um 2,4 Prozent.

Die Preissteigerungen verteilen sich ungleich auf die verschiedenen Gewerke. Ausbauarbeiten verteuerten sich laut Destatis mit plus 5,1 Prozent noch etwas stärker als Rohbauarbeiten mit plus 4,9 Prozent. Besonders auffällig: Dachdeckungsarbeiten sowie Zimmer- und Holzbauarbeiten schlugen mit jeweils 7,3 Prozent zu Buche. Betonarbeiten verteuerten sich um 3,6 Prozent, Mauerarbeiten um 3,8 Prozent, Erdarbeiten um 5,4 Prozent – alles gegenüber Mai 2025 (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 241 vom 10. Juli 2026).

Für Baufamilien mit Fertighaus-Vorhaben ist dabei der Anstieg bei Zimmer- und Holzbauarbeiten besonders relevant, da die Holzständer- und Holztafelbauweise das Rückgrat der meisten Fertighäuser bildet. Wer einen Festpreisvertrag abgeschlossen hat, ist gegen nachträgliche Preiserhöhungen des Herstellers geschützt. Wer noch in der Angebotsphase ist, sollte aktuelle Kalkulationen einholen und nicht auf Angebote aus dem Vorjahr vertrauen.

Was hat sich bei der BEG-Förderung ab 21. Juli 2026 geändert?

Die Bundesregierung veröffentlichte am 8. Juli 2026 Eckpunkte für eine Neufassung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die KfW passte ihre Produkte in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zum 21. Juli 2026 an.

Für die Heizungsförderung (BEG Wohngebäude) gilt ab diesem Datum: Die Grundförderung bleibt unverändert bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit beträgt weiterhin 28.000 Euro, soll aber erstmals am 1. Februar 2027 und danach halbjährlich um jeweils 750 Euro sinken. Der Einkommensbonus wurde stärker nach Haushaltseinkommen gestaffelt: Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 30.000 Euro erhalten 40 Prozent, bis 40.000 Euro 30 Prozent und bis 50.000 Euro 10 Prozent zusätzlich zur Grundförderung. Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind profitieren von einem Familienzuschlag, der das anzusetzende Einkommen um 10.000 Euro reduziert (Quelle: KfW, Pressemitteilung vom 8./21. Juli 2026).

Weggefallen sind zum 21. Juli 2026 der Effizienzbonus und der Emissionsminderungszuschlag. Der Klimageschwindigkeitsbonus bleibt erhalten und beträgt weiterhin 16 Prozent, wird aber ebenfalls ab Februar 2027 schrittweise abgebaut. Für Neubauvorhaben ändert sich beim Klimafreundlichen Neubau-Kredit (KFN, Programm 297/298) zunächst nichts Wesentliches: Der Kredit ist weiterhin mit einem Zinssatz ab 1,00 Prozent und einem maximalen Kreditbetrag von 150.000 Euro je Wohneinheit erhältlich, mit Laufzeiten bis zu 35 Jahren.

Ein wesentlicher Unterschied zur Förderlogik vor dem Sommer 2026: Während bislang nahezu alle klimaeffizienten Maßnahmen ähnlich behandelt wurden, differenziert die Neufassung stärker nach Einkommenssituation und Haushaltstyp. Familien mit Kindern und niedrigen Einkommen können damit künftig deutlich mehr Förderung aus einem einzigen Topf bündeln.

Was das für Baufamilien bedeutet

Die Kombination aus beschleunigten Baupreisanstiegen und einer reformierten Förderlandschaft erfordert von Baufamilien eine besonders sorgfältige Finanzplanung.

Bei den Baukosten gilt: Wer ein Fertighaus plant, sollte aktuelle Angebote einholen und dabei berücksichtigen, dass sich insbesondere Holzbau- und Dachdeckungsarbeiten innerhalb eines Jahres um mehr als sieben Prozent verteuert haben. Festpreisverträge, die qualifizierten Fertighausherstellern branchenüblich sind, schützen vor Nachkostenforderungen. Gleichwohl kann sich ein zu langer Planungshorizont bei weiter steigenden Materialpreisen und Lohnkosten negativ auf die Gesamtkalkulation auswirken.

Bei der Förderung sollten Baufamilien insbesondere prüfen, ob sie Anspruch auf einen Einkommensbonus haben. Bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro kombiniert sich die Grundförderung von 30 Prozent mit dem Einkommensbonus von 40 Prozent zu einer Gesamtförderung von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten – bis zu einer Obergrenze von 80 Prozent für einkommensschwache Selbstnutzer. Allerdings betrifft das primär die Heizungsmodernisierung bei Bestandsgebäuden; für den Neubau ist der KFN-Kredit weiter der wichtigste Hebel.

Hinzu kommt der Zeitfaktor: Der Förderhöchstbetrag bei der Heizungsförderung sinkt ab Februar 2027 halbjährlich. Wer eine neue Wärmepumpe einbauen möchte, sollte den Antrag möglichst noch 2026 stellen, um den vollen Höchstbetrag von 28.000 Euro zu sichern.

Für alle Baufamilien gilt außerdem: Die Förderung steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit von Bundesmitteln. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Es empfiehlt sich daher, Anträge frühzeitig und vollständig einzureichen und die Bearbeitung durch einen zugelassenen Energieberater begleiten zu lassen.

Wie entwickelt sich die Gesamtkostensituation für Bauherren?

Die Destatis-Daten zeigen, dass die Baupreisinflation nach einer Phase der Verlangsamung im Frühjahr 2026 wieder anzieht. Der Sprung von 3,3 Prozent im Februar auf 5,0 Prozent im Mai ist deutlich. Gleichzeitig sind die Finanzierungskonditionen im Vergleich zu den Höchstständen 2022 und 2023 wieder erträglicher – der KFN-Kredit der KfW startet nach aktuellem Stand bei 1,00 Prozent effektivem Jahreszins, wobei die tatsächlichen Konditionen am Kapitalmarkt hängen und sich täglich ändern können.

Netto für Baufamilien bedeutet das: Günstigere Finanzierungskosten können einen Teil der gestiegenen Baupreise auffangen. Wer 2026 baut, zahlt reale Baukosten, die seit 2021 (Basisjahr des Destatis-Index) insgesamt deutlich gestiegen sind – der Indexstand liegt erheblich über 100. Kreditberatung und ein aktueller Finanzierungsvergleich bleiben daher unverzichtbar.