Wärmepumpen-Absatz steigt um 40 Prozent: Was der Heizungsmarkt Baufamilien signalisiert

Die deutsche Heizungsindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 rund 352.000 Wärmeerzeuger verkauft — 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Stärkster Treiber sind Wärmepumpen mit 194.500 Geräten. Für Baufamilien ist das ein Signal für Technik, Betriebskosten und Förderpolitik.

Der deutsche Heizungsmarkt zieht wieder an — und die Wärmepumpe ist der klare Gewinner. Von Januar bis Juni 2026 verkaufte die Heizungsindustrie insgesamt rund 352.000 Wärmeerzeuger, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) mit, wie tagesschau.de am 11. August 2026 berichtet. Für Baufamilien ist die Entwicklung mehr als eine Branchennotiz: Sie zeigt, wohin sich Technik und Förderlandschaft bewegen.

Welche Heizungen wurden im ersten Halbjahr verkauft?

Meistgefragter Heizungstyp war laut BDH die Wärmepumpe mit 194.500 verkauften Geräten — ein Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Gasheizungen kamen auf 134.000 Verkäufe und blieben mit plus 1 Prozent stabil. Deutlich kleiner sind die übrigen Segmente: Biomasse-Anlagen erreichten 14.500 Stück, Ölheizungen 9.500 — bei Öl ein Rückgang um 11 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Verband mit rund 700.000 verkauften Heizungsanlagen. Zum Vergleich: 2025 war der Absatz mit 627.000 Geräten nach BDH-Angaben auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen, darunter 299.000 Wärmepumpen. Das Marktvolumen liegt damit weiterhin deutlich unter früheren Jahren — im ersten Halbjahr 2023 wurden noch 667.500 Geräte abgesetzt, mehr als die Hälfte davon Gasheizungen.

Warum ist die Politik dabei so wichtig?

Der BDH verbindet die Zahlen mit einem klaren Appell an die Politik: „Die Leitplanken für einen klimaneutralen Gebäudebestand dürfen nicht mit jeder Wahlperiode neu verhandelt werden.“ Eigentümer müssten dauerhaft wissen, welche Anforderungen gelten und welche Förderung sie erwarten können. Der Modernisierungsbedarf ist laut Verband enorm: Rund vier Millionen Heizungen in Deutschland sind älter als 30 Jahre, und 40 Prozent der insgesamt 21,5 Millionen Heizungen entsprechen nicht dem Stand der Technik. Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und der angepassten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) seien inzwischen klare Rahmenbedingungen geschaffen worden.

Was das für Baufamilien bedeutet

Im Fertighaus-Neubau ist die Wärmepumpe längst die Standardlösung — die aktuellen Absatzzahlen bestätigen diesen Kurs und sichern ihn ab: Ein wachsender Markt bedeutet mehr Wettbewerb unter Herstellern und Installateuren sowie eine breitere Geräteauswahl. Wer jetzt plant, sollte die Förderkulisse fest einkalkulieren: Die KfW bündelt ihre Programme für energieeffizientes Bauen und Sanieren in der Übersicht „Bauen und Wohnen“ — von der Neubauförderung bis zum Heizungstausch. Da sich Konditionen ändern können, gilt: Vor Vertragsabschluss den aktuellen Stand der Programme prüfen und die Förderanträge in der richtigen Reihenfolge — vor Vorhabensbeginn — stellen. Beim Fertighaus übernimmt die Abstimmung von Haus, Heizung und Förderfähigkeit in der Regel der Hersteller; fragen Sie gezielt nach, welcher Effizienzstandard erreicht wird.